Meine Aktien fallen! Was tun?!

Einen schönen Samstag wünsche ich Dir!

Ist der Kursrutsch seit Anfang des Jahres die Wende vom Bullenmarkt in einen kommenden Bärenmarkt? Wenn es so wäre, sollte ich aus dem Markt aussteigen? Für alle die noch nicht soviel mit der Börse zu tun hatten: Ein Bullenmarkt kennzeichnet einen langen Aufwärtstrend. Der Bärenmarkt hingegen kennzeichnet einen langen Abwärtstrend.Heute will ich ein für alle mal klar stellen, warum ich kein Geld verliere, wenn der Kurs einbricht.

Mit jedem Gespräch das ich führe, muss ich wieder aufs Neue erklären wie der Aktienmarkt eigentlich funktioniert. Ich hoffe ich kann das hier verständlich genug erklären, sodass ich in Zukunft auf diesen Beitrag verweisen kann, wenn mich jemand danach fragt. In einem früheren Artikel habe ich dieses Thema bereits ein wenig angeschnitten, jetzt möchte ich es noch ein bisschen vertiefen.

Wie wird der Preis einer Aktie bestimmt? 

Zuerst sollte man wissen, wie eine Aktie eigentlich mit dem Unternehmen zusammenhängt, beziehungsweise nicht zusammenhängt. Fangen wir ganz von vorne an. Ein Unternehmen braucht neue finanzielle Mittel, um weiteres Wachstum zu finanzieren. Also beschließt das Management ein IPO (Initial Public Offering), den Börsengang. Unter dem Börsengang versteht man das erstmalige Angebot der Aktien eines Unternehmens auf dem weltweiten Kapitalmarkt. Ab jetzt können die Unternehmensanteile zu einer definierten Preisspanne erworben werden. Sind alle Aktien vergeben, hat das Unternehmen keinen direkten Einfluss mehr auf die Preisentwicklung. Es ist nun eine gewisse Anzahl der Anteile im Umlauf. Diese Zahl ändert sich auch nicht, es sei denn das Unternehmen beschließt weitere Aktien auszugeben, oder welche zurückzukaufen.

Der Kurs der Aktie wird ab dem Zeitpunkt nach der Erstausgabe nur mehr von den Marktteilnehmern bestimmt. An der Börse treffen Angebot und Nachfrage aufeinander. Gibt es mehr Leute, die verkaufen, da sie glauben die Aktie sei weniger Wert, sinkt der Kurs. Gibt es mehr Leute, die kaufen, da sie glauben die Aktie sei mehr Wert, steigt der Kurs. Du siehst also, dass hier eigentlich mehr Erwartungen gehandelt werden als reale Unternehmenswerte. Angenommen die Medien berichten über ein Ereignis, das mit einer Aktiengesellschaft zu tun hat. Die Aussichten sind nicht so schlecht, aber die Masse der Anleger hat die Nachricht falsch verstanden, oder die Medien haben das Ereignis schlechter dargestellt als es tatsächlich ist. Infolge dessen wird der Kurs in kurzer Zeit ziemlich einbrechen, eben weil mehr Leute verkaufen, da sie von den schlechten Neuigkeiten überzeugt sind.

Der Großteil der Marktteilnehmer besteht aus Spekulanten. Diese interessiert es nicht, ob die Firma in 10 Jahren noch steigende Gewinne erwirtschaftet. Hauptsache der Aktienkurs steigt, und sie können das „Papier“ (Heutzutage wird ja nur mehr übers Internet gehandelt) zu einem höheren Preis verkaufen.

Wir als Investoren sehen das aber genau umgekehrt. Für mich ist es viel wichtiger diese Aktien wirklich als kleinen Teil des Unternehmens zu betrachten. Ich werde an den Gewinnen beteiligt, deshalb ist es gut zu wissen, ob das Unternehmen in der Lage ist, diese dauerhaft zu steigern.

Was tun wenn der Kurs fällt?

Erst einmal gar nichts außer zurück lehnen und entspannen. Das meiste Geld wird an der Börse dadurch vernichtet, weil die Leute bei fallenden Kursen verkaufen. Eigentlich dürfen diese Leute sich gar wundern, dass sie mit einem Verlust aussteigen, wenn sie panisch reagieren und alles verkaufen, um doch noch ein bisschen Geld zu „retten“. Solche Aktionen sind meiner Meinung nach der größte Schwachsinn überhaupt. Fällt der Index, fallen die einzelnen Unternehmen, und umgekehrt. Für Spekulanten ist dies natürlich eine Katastrophe, da sie von den Kursgewinnen abhängig sind. Uns Investoren hingegen kann es genau genommen freuen, wenn Qualitätsunternehmen im Kurs fallen.

Als erstes müsste man kontrollieren ob es Nachrichten von schlechten Fundamentaldaten gibt, zum Beispiel von fallenden Gewinne, oder sogar Verlusten im letzten Quartalsbericht. Passen die Kennzahlen jedoch soweit, gibt es meist keinen Grund die Firmenanteile zu verkaufen. Im Gegenteil. Ist die Mehrheit der Spekulanten der Meinung die Aktie sei überbewertet, bekommen wir sie zu einem günstigeren Preis. Es ist doch viel besser etwas, wovon du überzeugt bist, zu einem günstigeren Preis zu kaufen, als zu einem überteuerten. Du gehst doch auch nicht in einen Supermarkt, und sagst: „Die Bohnensuppe kaufe ich nicht, da sie schlechter sein muss, wenn sie im Angebot ist.“

Es wird Zeit den Kapitalmarkt als riesigen Supermarkt zu betrachten. Die Aktien aller gelisteten Unternehmen sind die Produkte in den Regalen. Fallende Kurse sind Angebote, die man als Investor nicht verpassen sollte. Du musst nur warten, und in einem guten Moment zuschlagen. Ich für meinen Teil freue mich jedesmal wenn ich sehe, dass es eines meiner gehaltenen Unternehmen zu einem noch günstigeren Kurs gibt. Dadurch hab ich die Möglichkeit meinen Durchschnittspreis zu senken. Sollte ich nicht nachkaufen können, weil ich keine Cash-Reserven mehr übrig habe, ist das auch kein Problem. Ich habe genug Zeit, um jede noch so große Krise aussitzen zu können. Aber ganz bestimmt werde ich nicht mit einem Verlust verkaufen, solange ich von einer langfristigen guten Entwicklung überzeugt bin.

Blende tägliche Börsennachrichten am besten komplett aus!

Zu jedem Zeitpunkt wird man irgendwelche Nachrichten über börsennotierte Unternehmen finden, wenn man sich damit auseinandersetzt. Ich glaube es ist sehr wichtig, diese Schlagzeilen einfach komplett auszublenden. Es nützt Dir nichts, wenn Du dich jedesmal fertig machst, sobald schlechte Neuigkeiten die Runde machen. Meist wird es sowieso übertrieben dargestellt. Hör nicht auf so genannte Börsengurus, Analysten und wie sie noch alle heißen. Diese liegen ohnehin meist falsch, was ihre Prognosen betrifft.

Hör auf zu glauben Marktschwankungen sind dein Feind. Wenn Du verstanden hast, dass diese Schwankungen nach unten etwas Gutes für Dich darstellen können, wird vieles leichter. Nicht umsonst heißt es immer wieder, dass der Mensch selbst sein größter Feind beim investieren ist. Emotionales Handeln hat hier nichts verloren.

Mr. Market wird jeden Tag an deine Tür klopfen und Dir ein Angebot machen. Er wird dich fragen, ob Du deine Aktien verkaufen willst, da sie heute schon wieder gesunken sind. Am besten wäre du machst die Tür gar nicht erst auf, und wartest bis er wieder verschwunden ist. Sobald er weg ist, baust du einen Zaun, stellst ein Schild mit einem Bild von Mr. Market auf, und schreibst in gut leserlicher Schrift hinauf: „Ich darf leider nicht hinein!“

Zusammenfassend die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Aktien sind Anteile an qualitativ hochwertigen Unternehmen
  • Der Preis wird durch die Marktteilnehmer bestimmt
  • Denke wie ein Investor, nicht wie ein Spekulant
  • Entspannt bleiben wenn der Kurs fällt
  • Die Schwankung des Marktes ist dein Freund
  • Achte auf Quartalszahlen, nicht auf andere Börsennachrichten
  • Verkaufe nie mit einem Verlust, wenn es nicht unbedingt notwendig ist

Der Beitrag wurde schon wieder länger als geplant. Das nächste Mal werde ich solange Beiträge vielleicht auf zwei Teile aufsplitten. Danke fürs vorbeikommen. Würde mich auf ein Kommentar freuen 😉

mfG

 

 

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2 Gedanken zu “Meine Aktien fallen! Was tun?!

  1. Hallo Christopher,

    irgendwann habe ich dann auch erkannt, dass das Unternehmen nicht vom Aktienkurs lebt und dass VW nicht plötzlich darben muss, weil der Kurs innerhalb von drei Tagen halbiert wurde… Natürlich wird die Marktkapitalisierung halbiert und das Unternehmen hält vielleicht auch selbst Aktien, die dann indirekt auf den Wert des UNternehmens Einfluss nehmen, aber grundsätzlich bekommt das Unternehmen kein Geld von mir, nur weil ich dessen Aktien kaufe. Diese eigentlich triviale Einsicht habe ich lange nicht gehabt.

    Seit ich die Dividenden für mich entdeckt habe, ist für mich eigentlich nur noch die Anzahl Anteile interessant, nicht mehr dessen aktueller Kurs – außer natürlich, wenn gerade ein Kauf ansteht, da kriegt man schließlich mehr Anteile für sein Geld 🙂

    So sehe ich die aktuellen Kursstürze sogar sehr gelassen eigentlich. Nur ärgerlich, dass ich nicht mehr Geld habe, um all die günstigen Aktien zu kaufen, die es gerade gibt 🙂

    Grüße,
    Oz

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  2. Danke für dein Kommentar 🙂
    Ja, VW ist ein sehr gutes Beispiel. Man muss sich nicht verrückt machen lassen, wenn man Anteile von VW gehalten hätte. Bestes wäre einfach gewesen, man hätte bei der Halbierung des Kurses nachkaufen können. So eine Firma wie VW verschwindet nicht von heute auf morgen auf dem Aktienmarkt.

    Ich seh das haargenau so wie du. für mich zählen auch nur die Dividenden, solange diese weiter brav gezahlt werden, ist alles in Ordnung.

    Ich hoffe auch dass es noch ein Stück runter geht, um mein nächstes Gehalt in starke Dividendenzahler zu stecken 🙂

    Danke nochmal fürs vorbeikommen 🙂

    mfG Chri

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